2.
Potsdamer Literaturnacht am Neuen Palais
Die
Autoren
Gisela
Hemau
Ein
Gedicht zu schreiben heißt gegen den Widerstand der Sprache zu
schreiben, sagt Gisela Hemau. Auf diese Weise entstehen in ihren Texten
Gegenbilder und Parallelwelten zur Realität welche von Isolation und
Kommunikationslosigkeit geprägt ist. Mit tiefer Sensibilität stellt
die Lyrikerin, die deshalb von Kritikern mit Sarah Kirsch verglichen
wird, „die Brüchigkeit der menschlichen Existenz“ dar (M. Waldmüller,
WDR III, Mosaik, 7.1.1998). Diese Brüchigkeit manifestiert sich in
Gisela Hemaus Gedichten nicht zuletzt in der Verletzbarkeit des Körpers.
In „treffenden, betroffen machenden Bildern von Vergänglichkeit und
Vergeblichkeit, von Mensch und Natur“ (A. Mehringer, Unsere Jugend,
5/1996) entstehen dabei kleine sprachliche Kunstwerke. Im Verzicht auf
Metrik und Reim verdichtet die Lyrikerin die Sprache bis zum Äußersten,
um, wie sie sagt, die dem Inhalt vollkommen angemessene Form zu
finden. Die
Auslegung bleibt dabei dennoch immer mehrdeutig und offen.
Etliche
ihrer Gedichte sind in Zeitschriften, Jahrbüchern und Anthologien veröffentlicht
worden, zudem wurde eine Reihe von ihnen ins Spanische, Portugiesische
und Rumänische übersetzt. Das Gedicht „Kythera“ aus Abschüssiges
Gelände ist von Violetta Dinescu vertont worden. Lesungen haben die
Lyrikerin unter anderem bereits nach Zürich, Washington und Montreal
geführt.
Auf
der Potsdamer Literaturnacht liest Gisela Hemau aus den beiden zuletzt
erschienen Bänden Abschüssiges Gelände und Außer Rufweite.
Gisela
Hemau studierte Philosophie sowie deutsche und englische
Literaturwissenschaft in Mainz, Würzburg und München. Zeitweilig
arbeitete sie beim WDR als Hörspiellektorin. Die Autorin lebt in Bad
Godesberg bei Bonn.
•
Mortefakt (1974)
• Gitter mit Augen (1989)
• Abschüssiges Gelände (1995)
• Außer Rufweite (2003)
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